Dissertation · AuszugYushin-Ryu – Kampfkunst als multimodaler Therapieansatz bei ADHS/POS
Die Dissertation untersucht Yushin-Ryu nicht nur als sportliche oder kampfkünstlerische Praxis, sondern als strukturiertes multimodales Interventionssystem. Verknüpft werden körperliche Bewegung, komplexe Bewegungssequenzen, Atem- und Konzentrationsarbeit, motorisches Lernen, exekutive Funktionen, Emotionsregulation, soziale Interaktion und pädagogische Struktur.
Der Forschungsrahmen verbindet Sport- und Bewegungswissenschaften mit neuropsychologischen, medizinischen, biomechanischen, pädagogischen und sozialwissenschaftlichen Perspektiven. Quantitative und qualitative Verfahren werden als gemeinsame Prüfebene vorgesehen.
Forschungs-Hypothese 1Aufmerksamkeit, Emotionsregulation und Selbstwirksamkeit
Untersucht wird die Hypothese, dass ein systematisch aufgebautes Yushin-Ryu-Training bei Menschen mit ADHS/POS messbare und nachhaltige Verbesserungen der Aufmerksamkeitssteuerung, Emotionsregulation und Selbstwirksamkeit unterstützen kann.
Forschungs-Hypothese 2Individualisierte Trainingssteuerung
Untersucht wird, ob eine individuell angepasste Trainingsmethodik gegenüber einem einheitlichen Standardschema bessere Ergebnisse erzielen kann. Im Fokus stehen dabei Trainingsintensität, Frequenz, sensorisch-motorische Anforderungen, Belastungswechsel und die Passung an individuelle Ausgangslagen.
Forschungs-Hypothese 3Langfristige und multimodale Wirkung
Eine weitere Hypothese prüft, ob ein langfristig angelegter multimodaler Trainingsansatz nachhaltige Effekte auf Selbstwirksamkeit, Lebensqualität und soziale Funktionsfähigkeit entfalten kann. Der in der Dissertation angelegte Vergleich mit rein pharmakologischen Behandlungsansätzen wird ausdrücklich als wissenschaftlich zu prüfende Forschungsfrage dargestellt und nicht als medizinische Handlungsempfehlung.
Habilitation · ForschungsrahmenInter- und transdisziplinäre Integration
Die Habilitationsarbeit erweitert den Ansatz zu einem inter- und transdisziplinären Therapiesystem. Verbunden werden Sport- und Bewegungswissenschaften, Körperpsychotherapie, Neurologie, Medizin, Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Kampfkunst. Methodisch ist ein Mixed-Methods-Ansatz angelegt, der Leistungsdiagnostik und standardisierte Tests mit Interviews und Beobachtungen kombiniert.
Transdisziplinarität bedeutet dabei ausdrücklich mehr als die Zusammenarbeit akademischer Fachgebiete: Praktikerinnen und Praktiker, Eltern und Betroffene werden als Erfahrungsträger in Forschungs- und Entwicklungsprozesse einbezogen. Ziel ist ein lernendes System, das wissenschaftliche Prüfung mit praktischer Rückkopplung verbindet.
Lehr- und FachbuchreiheDie A-, B- und C-Reihe des Yushin-Ryu
Die Buchreihe bildet eine dreistufige Wissensarchitektur. Die A-Reihe behandelt die wissenschaftliche, theoretische und systemarchitektonische Grundlage. Die B-Reihe überführt diese Grundlagen in Methodik, Didaktik, Ausbildung und therapeutisch-pädagogische Vermittlung. Die C-Reihe beschreibt die operative, körperliche und dynamische Anwendung.
Die Grundformel der Reihe lautet: Die A-Ebene begründet, die B-Ebene vermittelt, die C-Ebene realisiert. In der A-Reihe werden unter anderem Biomechanik, Neurodynamik, Wahrnehmung, Trainingsmethodik, Diagnostik, ADHS-spezifische Trainingsprinzipien, Interventionsmodule, Verlaufsparameter und wissenschaftliche Systemintegration behandelt.
Forschungsprinzip
Die wissenschaftliche Arbeit versteht Bewegung nicht als isolierte Technikfolge, sondern als dynamisches Zusammenspiel von Körper, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Umwelt und sozialer Interaktion. Der transdisziplinäre Ansatz soll Theorie, empirische Prüfung, Praxiswissen und gesellschaftliche Anwendung miteinander verbinden.